Ich: „Sitz.“, Era so: „Klar, okay, kann ich…Oh, ein Eichhörnchen.“

Kennst du solche Situationen auch von dir und deinem Hund? Es gibt diese Hunde, die im Kopf ständig irgendwo sind. Die, die tausend Ideen haben und denen es schwer fällt, sich zu konzentrieren und bei einer Sache zu bleiben. Sie sind unruhig oder sogar nervös, manche nur in bestimmten Situationen und manche fast rund um die Uhr. Fiepen, hecheln und unruhiges Hin- und Hergelaufe können Anzeichen dafür sein. Da sich unsere eigene Aufmerksamkeitsspanne in dem letzten Jahrzehnt ja schon reduziert hat, ist es gar nicht so verwunderlich, dass das bei unseren “Spiegeln”, den Hunden, genauso ist. Problematisch ist das Ganze, wenn wir uns eigentlich einen entspannten Begleiter wünschen und natürlich: Weniger Stress für unseren Hund. Keinen, der einfachen allen Impulsen und Ideen direkt nachgeht, in alle Richtungen an der Leine zieht, Besuch anspringt, usw.

Wenn du dir einen entspannteren Hund wünscht, der sich nicht (so schnell) aus der Ruhe bringen lässt, dann empfehle ich dir wärmstens Zeit in die folgenden Übungen zu investieren:

 

  1. Erwartungshaltungen enttäuschen
  2. Stimmungen positiv beeinflussen
  3. Ruhe
  4. Konsequenz und Verbindlichkeit

Und jetzt erfährst du im Einzelnen, was sich hinter den Punkten verbirgt und was du genau tun kannst, um die Impulskontrolle zu verbessern:

1. Erwartungshaltungen enttäuschen

Das ist einer der Kernpunkte, um Impulskontrolle zu üben! Wir Menschen leben oft in Ritualen und natürlich kennen uns unsere Hunde in und auswendig. Zum Beispiel, wenn wir die Leine in die Hand nehmen oder die Wanderschuhe anziehen und es losgeht zum Spaziergang. Wenn du dann aber, statt wie üblich loszulaufen, noch einen Kaffee trinkst oder mal ohne deinen Hund wegfährst, holst du ihn so aus seiner Erwartungshaltung. Je häufiger du das machst, desto besser. Wichtig ist, dass in allen möglichen Situationen zu üben – du kannst und sollst sehr kreativ werden, das heißt auch, dass du immer wieder etwas anderes tust oder auch nicht tust. Ansonsten entstehen wieder Rituale und die funktionieren toll, haben aber nicht wirklich etwas mit Impulskontrolle zu tun. 🙂

2. Stimmungen positiv beeinflussen

Wenn du gestresst bist, dann ist es auch dein Hund! Also sorge dafür, dass du als erstes bemerkst, wenn du in den Stress rein rutscht. Damit ist der erste wichtige Schritt getan und als nächstes kannst du dagegen ansteuern.

Hier findest du ein paar Möglichkeiten, wie du zu mehr Entspannung kommst:

Kurzmeditation: Innehalten und zehn mal tief ein und ausatmen

Meditatives Gehen: Zwing dich dazu für mindestens 10 Minuten dein Gehen stark zu verlangsamen, gehe im Zickzack und beobachte dabei achtsam den Boden. Tu dabei so, als hättest du keinen Hund – nimm die Leine auf 1,5m und halte deine Hände vor dem Bauch um eine stabile Position zu haben und dich von deinem Hund nicht in irgendeine Richtung ziehen zu lassen. Auch bei dieser Übung enttäuscht du wahrscheinlich Erwartungshaltungen deines Hundes. Sie ist also doppelt wertvoll. 🙂

Musik! Wenn du unsicher, nervös oder gestresst bist, höre dir deine Lieblingsmusik an, die dir sofort gute Laune und mehr Selbstbewusstsein bringt. Oder sing sie selbst!

 

3. Ruhe, Ruhe, Ruhe

Eigentlich würden Hunde im Schnitt 18 Stunden am Tag schlafen, oft lassen wir sie aber nicht. Wie ist es bei euch? Sei dabei ehrlich zu dir und deinem Hund! Sorge dafür, dass dein Hund genug Ruhe und Schlaf bekommt. Das kann je nach Hund auch bedeuten, dass du Spielzeuge wegräumst, kann aber auch heißen, dass du deine Ansprache an deinen Hund reduzierst, mal eine Ruhepause auf dem Spaziergang mit einbaust (Meditatives Gehen oder einfach mal nichts tun) oder ihn einfach mal zu Hause lässt. Dabei soll eure Qualitätszeit natürlich nicht zu kurz kommen, genauso wie ausreichend Bewegung.

 

Auf den letzten Punkt

4. Konsequenz und Verbindlichkeit

 

gehe ich in diesem Blogartikel genauer ein.

Zusammengefasst: Achte darauf, dass dein Hund sich nicht von selber auflöst, wenn du ihm eine Aufgabe gegeben hast. Diskutiere oder bitte nicht lange, sondern setz das durch, was du gerne möchtest. Verlange erst mal kein Verhalten von deinem Hund, dass du nicht auch durchsetzen kannst oder das er (noch) nicht leisten kann.

Ein Beispiel: Der Rückruf. Wenn dein Hund noch nicht sicher zurückkommt, dann nutze lieber eine Schleppleine zur Absicherung oder geh an einer normalen kurzen Leine spazieren. Oder, statt ihn zu rufen, geh lieber zu ihm und sammel ihn einfach ein.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wenn du darüber hinaus ein Problem mit deinem Hund hast, dann wird sich das durch diese Übungen zwar nicht erledigen, aber wahrscheinlich zumindest bessern. Als Vorbereitung für ein praktisches Training sind sie auf jeden Fall Goldwert!

 

 

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